Im Rahmen der Debatten um den Schloss-Verkauf ist
es an der Zeit, einige Dinge vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Wir gehen davon aus, dass nicht alle Bürger der Stadt, ja nicht
einmal alle Stadträte, über wesentliche Fakten informiert
sind. Deshalb folgt an dieser Stelle ein Beitrag zum Förderverein
Schloss Netzschkau e. V. Es sei mir schon jetzt verziehen, dass ich
nicht jede Aktivität und jeden fleißigen Helfer nennen
kann. Wer noch mehr Bedarf hat, kann sich gern an mich wenden. Ich
habe ein gutes Gedächtnis.
Petra Steps und weitere Vereinsmitglieder
Die Vereinsgründung
Federführend und treibend bei der Vereinsgründung waren
Barbara Müller, die damalige Mitarbeiterin des Kulturamtes, die
auch zu den Gründungsmitgliedern gehörte und später
wegen Krankheit ausschied; Annerose Georgi, die damalige Kämmerin,
die nach den getätigten Investitionen verzweifelt nach einer
Nutzungsmöglichkeit suchte, Dr. Peter Beyer, ebenfalls Gründungsmitglied,
der sich seit mehr als 50 Jahren um die Erhaltung, Sanierung und Bewahrung
verdient gemacht hat und Sina Klausnitz, die in mühevoller Kleinarbeit
zusammen mit Frau Wundrak die erste Nachwendeinventur durchgeführt
hat. Durch die Genannten wurden weitere Bürger der Stadt angesprochen,
unter ihnen Volker Steps, Martin Militzer und Andreas Bechmann, die
sich bereits im Schlossbauaktiv oder während verschiedener Bauarbeiten
um die Bausubstanz gekümmert hatten. Weitere Gründungsmitglieder
waren zum Beispiel Irene Schaarschmidt, Werner Müller, Mirko
Schareck, Petra Steps, Rudi Holub von der damaligen Firma Holub/Zeidler,
Christine Mädler, Bernd Scholz und Horst Schaller. Die meisten
der hier aufgezählten Personen sind heute noch aktiv und haben
seit 1998 ungezählte und unbezahlte Stunden ehrenamtlicher Arbeit
geleistet.
Vereinsziele und ihre Erfüllung
Der Förderverein Schloss Netzschkau e. V. wurde 1998 mit dem
Ziel gegründet, das Schloss denkmalgerecht zu nutzen und bekannter
zu machen. Weitere Ziele sind die Suche nach Sponsoren, die enge Zusammenarbeit
mit dem Träger, die Sammlung und Bewahrung von Zeugnissen und
Dokumenten, die Betreuung des vorhandenen Kulturgutes sowie der Erfahrungsaustausch
und die Zusammenarbeit. Ein Ziel haben wir offenbar noch nicht erreicht,
ansonsten wäre die jetzige Debatte vermutlich überflüssig.
Dabei heißt es: Der Förderverein "vertieft das Interesse
der Bürger für das Schloss als erhaltenswertes Kulturdenkmal".
Die denkmalgerechte Nutzung hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich
entwickelt, wobei die Betonung auf denkmalgerecht liegt. Dabei haben
die Vereinsmitglieder immer Wert darauf gelegt, dass die Angebote
sowohl inhaltlich als auch vom Niveau her zum Netzschkauer Schloss
passen.
Das Personal und die anstehenden
Aufgaben
Während der Verein in den ersten Jahren noch auf eine ABM- oder
SAM-Kraft zurückgreifen konnte und Säuberungs- und Pflegearbeiten
im und um das Schloss von ABM-Kräften der Stadt erledigt wurden,
gingen im Verlauf der Jahre immer mehr Aufgaben der Stadt als Eigentümer
an den Verein über. Seit mehr als zwei Jahren bekommen wir weder
ABM-Kräfte noch andere Maßnahmen gefördert. In diesem
Jahr hatten wir von Februar bis Mai einen 1-Euro-Jobber (der ständig
von uns betreut werden musste), von Januar bis Juni eine Kraft in
der Aktion 55, ab Juli zwei Kräfte in der Aktion 55. Dem Verein
blieb nichts anderes übrig, als selbst Personal zu beschäftigen.
Aus Sicherheitsgründen ist es unerlässlich, dass mindestens
zwei Personen arbeiten und zu den Öffnungszeiten anwesend sind.
Deshalb werden die Wochenenddienste teilweise durch ehrenamtlich tätige
Vereinsmitglieder mit abgesichert. In Lucie Schreiner fanden wir auf
Anraten von Kämmerer Ingo Steiger eine fähige Organisations-
und Arbeitskraft. Falk Naumann kümmert sich überwiegend
um die Aufgaben eines Hausmeisters, die vom Lüften bis zum Betreuen
von Handwerkern reichen. Darüber hinaus hat er sich einen Namen
in der Sammlung von wertvollen Zeugnissen der Netzschkauer Geschichte
gemacht. Von ihm gestaltete Sonderausstellungen ziehen Hunderte Besucher
ins Schloss. Aufgrund der Bauarbeiten im Frühjahr und der damit
verbundenen ständigen Notwendigkeit von Reinigungsarbeiten haben
wir für zwei Monate eine weitere 165-Euro-Kraft beschäftigt.
Die geringfügig Beschäftigten dürfen pro Woche 14,5
Stunden arbeiten.
Zu den Aufgaben gehören die komplette Reinigung und Pflege der
Schlossräume, das regelmäßige Lüften, Vorbreitungsarbeiten
für Trauungen, zum Beispiel das Auslegen und Entfernen des roten
Teppichs, Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten, die Hilfe und Unterstützung
für Handwerker bei Bauarbeiten. Das sind unschwer erkennbar Aufgaben
des Eigentümers, die mit der normalen Vereinstätigkeit nichts
zu tun haben. Dazu kommen die technische Vorbereitung von Veranstaltungen,
Gruppenführungen, Kontakte, die schnelle Weiterleitung von Informationen,
die Absicherung der Regelöffnungszeiten und vieles andere.
Nicht zuletzt ist es einer unserer ABM-Kräfte zu verdanken, dass
das Schloss vor großem Schaden bewahrt wurde. Den für den
Park zuständigen ABM wurde damals das Rundturmzimmer als Aufenthaltsraum
zugewiesen. Dort liefen elektrische Heizer und eine Kaffeemaschine.
Dadurch schmorten die Verteilerdosen im Saal. Unsere damalige ABM
hat umsichtig reagiert, Hilfe geordert und sofort die Polsterstühle
entfernt, damit kein Brand entsteht. Die Schäden an der Elektrik
konnte man bis vor kurzem gut im Saal sehen. Mittlerweile haben wir
den Farbanstrich ausgebessert.
Der Ofen im Café entstand erst wegen der archäologischen
Ausgrabungen sozusagen als Energiesparmodell. Die Archäologin
und ihre Helfer hatten bis dahin elektrisch geheizt.
Die Suche nach Sponsoren und das Kulturgut
Dank der Arbeit von Vereinsmitgliedern konnten Spenden und Stiftungsgelder
beantragt werden. Damit wurden nicht nur Veranstaltungen und Projekte
finanziert oder Gegenstände erworben, sondern auch Restaurierungsarbeiten
ermöglicht. Erinnert sei an das Bose-Bild, die Eisentür
im Saal, den Wappenschrank und andere Möbelstücke. Unser
Büro im Haus der Stadtverwaltung wird zur Hälfte als sicherer
Aufbewahrungsort für Kulturgut der Stadt benutzt, vor allem im
Winter. Es diente während der Bauarbeiten im Rathaus als Schlafraum
für die Familie Schreiber. Weitere Restaurierungen waren gerade
jetzt in Planung. Mit unserer niveauvollen Arbeit haben wir Spender
bewegt, uns ihr Kulturgut anzuvertrauen und hatten gerade in jüngster
Zeit interessante Angebote, die den Verkaufsplänen zum Opfer
fielen.
Die Bekanntmachung des Schlosses
Mit unseren niveauvollen Veranstaltungen und Projekten haben
wir das Schloss Netzschkau weit über die Region hinaus bekannt
gemacht. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt eine intensive Öffentlichkeitsarbeit
einschließlich Internetpräsentation. Wir haben das Schloss
im größten Online-Lexikon www.wikipedia.de platziert und
stehen in Kontakt mit verschiedenen Personen der Kultur-, Tourismus-
und Denkmalbranche. Unsere Gäste kommen mittlerweile aus aller
Welt. Verschiedene Vereins- oder Familientreffen fanden im Schloss
statt. Erst kürzlich sorgte das Metzsch-Treffen für Aufsehen.
Es wirkt noch immer nach und beschert uns Besucher. Durch unsere Arbeit
haben wir zu verschiedenen Vereinen, Schulen, zum Schullandheim, zu
Kirchen, Künstlern und allen möglichen Menschen Kontakte
hergestellt und ein echtes Netzwerk geknüpft. Das Schloss sollte
im kommenden Jahr Veranstaltungsort für die erste sächsische
Krimi-Nacht sein und bereits auf der Buchmesse in Leipzig beworben
werden. In ein Buch des Verlages für die Frau können wir
wegen der gegenwärtigen Situation nicht aufgenommen werden. Keiner
weiß, welche Situation im Frühjahr bei der Erscheinung
des Buches herrscht.
Öffnungszeiten und Veranstaltungen
Zur Bekanntmachung tragen natürlich auch die Öffnungszeiten
und Veranstaltungen bei, denn Mundpropaganda ist bekanntlich unersetzlich.
Das Schloss ist in der Regel von Ostern bis Ende Oktober sonnabends,
sonntags und an Feiertagen geöffnet. Darüber hinaus finden
fast ganzjährig Veranstaltungen statt, wobei im Winter lediglich
das Café im Erdgeschoss genutzt werden kann. Die Organisation
der Arbeit, die Durchführung von Veranstaltung und viele weitere
Aufgaben werden dabei überwiegend ehrenamtlich erfüllt.
Wir haben nie einen Unterschied zwischen Veranstaltungen des Vereins
und Veranstaltungen der Stadt gemacht und viele Aufgaben stillschweigend
mit erledigt.
Beispiele: Die vom Bürgermeister als Veranstaltung der Stadt
Netzschkau deklarierte Fredo-Bley-Ausstellung wurde weitgehend vom
Verein betreut. Das betraf nicht nur das Aufhängen der Bilder,
die Vorarbeiten zum Ausräumen der Ausstellung und natürlich
auch das anschließende Wiederherstellen der Normalität,
sondern jede Menge zusätzliche Stunden, da der Künstler
viele Gäste außerhalb der Öffnungszeiten empfing.
Dabei haben Mitarbeiter den Künstler häufig von zu Hause
abgeholt oder wieder nach Hause gebracht, denn er hat kein Auto. Vom
Verein wurde auch die Ausstellungsversicherung in Höhe von etwa
270 Euro bezahlt. Ähnlich ging es bei den Musikschulkonzerten
zu - übrigens seit Jahren die einzige Kulturveranstaltung der
Stadt im Schloss und eine der wenigen, bei der die Stadt als Veranstalter
auftritt. Die Kinder erhielten von uns Betreuung, Getränke und
technische Hilfestellung. Durch unsere Mitarbeiter wird nach dem jährlichen
Weihnachtsmarkt gelüftet, damit die Feuchtigkeit wieder aus dem
Schloss geht. Auch bestimmte Reinigungsarbeiten übernahmen wir
selbstverständlich, sonst würden die Stollenkrümel
vermutlich heute noch unter den Tischen wachsen. Dass sowohl der Weihnachtsmann
als auch der Techniker für den Weihnachtsmarkt seit Jahren vom
Verein gestellt werden, dürfte allen bekannt sein.Durch den Verein
wurden über Jahre erst einmal Voraussetzungen geschaffen, damit
überhaupt Veranstaltungen durchgeführt werden können.
Noch im Jahr 2000 fuhr ein Vereinsmitglied nach Hause, damit die Künstler
der Veranstaltung Festival Mitte Europa aus einem Glas trinken konnten.
Die Helfer, die den Auf- und Abbau beaufsichtigten und dem Team zur
Seite standen, sich um Getränke usw. kümmerten, mussten
um Freikarten betteln. Die Landtagsabgeordneten, die an einer Tagung
des Regionalverbandes Natur und Heimat Ende September 1999 teilnahmen,
saßen damals frierend auf ausrangierten Sperrholzstühlen
und mussten ein Plumpsklo benutzen. Der intensiven Arbeit des Vereins
ist es zu verdanken, dass das Café im Erdgeschoss beheizbar
und vernünftig möbliert ist. Für den Bau der WC's übernahmen
Vereinsmitglieder die Bauleitung und legten selbst mit Hand an. Vielleicht
kann sich noch jemand erinnern, wie die Galerie vor den Renovierungsarbeiten
durch Vereinsmitglieder aussah. Für die Einrichtung erwarben
wir die entsprechende Galerietechnik. Ein Großteil der Stühle
auf dem Fechtboden ist Vereinseigentum. Wir verfügen über
eine vernünftige Ausstattung mit Geschirr, Gläsern, Besteck
und Stühlen, um ein gewisses Niveau zu garantieren. Auf dieses
Niveau haben wir bei allen Veranstaltungen geachtet. Und das alles
ehrenamtlich. Einen Dank seitens der Stadt gab es so gut wie nie,
dafür haufenweise unangepasste Kritik und beispielsweise den
wochenlangen Kampf um einen vernünftigen Stellplatz beim Weihnachtsmarkt.
Bei all unseren Aktivitäten haben wir nie die Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen vergessen. Seit Jahren bieten wir Schatzsuchen, Kinderführungen,
Mal- und Zeichenwettbewerbe sowie spezielle Veranstaltungen für
Kinder und Jugendliche an. Dafür haben wir verschiedene museumspädagogische
Materialien erarbeitet, einen Kostümfundus angelegt und Spielmöglichkeiten
angeschafft oder selbst gebaut. Mehrere Jahre leiteten wir einen Kurs
an der Netzschkauer Mittelschule, was pro Schulwoche eine Stunde Unterricht
und die entsprechende Vor- und Nachbereitung bedeutet. Vom Kindergarten
bis zur Mittelschulklasse fühlen sich die Kinder und Jugendlichen
von uns gut betreut. Viele danken es damit, dass sie nicht unbedingt
zu den Zerstörern und Vermüllern rund um das Schloss gehören
wollen. Dadurch hat das Rowdytum erheblich nachgelassen. Mindestens
ein Drittel der Schlossbesucher sind Kinder und Jugendliche. Früher
waren es kaum fünf Prozent. Für Netzschkauer Schüler
im Klassenverband, die nach der Satzung der Stadtverwaltung keinen
Eintritt ins Schloss bezahlen müssen, übernehmen Vereinsmitglieder
auch die Betreuung gratis, von der thematischen Führung bis zum
Schuljahresabschluss. Die Hilfe der Stadtverwaltung haben wir nur
in Ausnahmefällen in Anspruch genommen, beispielsweise beim Stellen
von Mülltonnen oder einer Absperrung zum Kinderfest oder für
wenige Transportarbeiten. Sowohl beim Kämmerer als auch beim
Hauptamtsleiter hatten wir damit nie Probleme und bekamen immer die
benötigte Hilfeleistung. Wer unseren Anteil am gesellschaftlichen
Leben der Stadt einschätzen will, schaue sich den Kulturkalender
auf der Netzschkauer Internet-Seite an und vergleiche mit unseren
Angeboten. In diesem Jahr fanden statt: Lokalschauen und Kleintiermärkte
im Bürgerhaus Brockau (Geflügelzüchter), Vogtlandmeisterschaften
im Geräteturnen (TSV Nema), Hexenfeuer auf dem ehem. Delicata-Sportplatz
(Feuerwehr),Fußballfest (TSV Nema), Badfest im Freibad (TSV
Nema), Dorffest Brockau (Ortschaftsrat), Konzert der Musikschule im
Schloss Netzschkau (Stadt), Tag des offenen Denkmals (Förderverein),
4. Brückennostalgiefest - Gelände Göltzschtalbrücke
(verschiedene Organisatoren), Weihnachtsmarkt (Stadt in Zusammenarbeit
mit Gewerbeverein). Im Zeitraum Ende April bis Oktober gab es im Schloss:
Das Projekt "Werden, Wachsen & Vergehen" mit vier Sonderausstellungen,
sechs Vorträgen, zahlreichen Gesprächsrunden, einem Konzert,
einem Kinderfest und einer Krimilesung mit Musik, vier weitere Sonderausstellungen,
zwei Konzerte außer dem Musikschulkonzert, ein Tanzwochenende,
einen Vortrag usw. Das einzige, was sich die Fördervereinsmitglieder
für sich gönnten, war eine Fahrt zum Schloss Gusow, und
selbst dabei wandelten wir auf den Spuren unserer Schlossherren und
verwenden unser neu gewonnenes Wissen bei Führungen. In den anderen
Jahren unternahmen wir jeweils einen Tagesausflug zu interessanten
Burgen, Schlössern und Ausstellungen, wobei größtenteils
die Kosten durch die Vereinsmitglieder selbst getragen wurden. Geselligkeit
und Vereinsleben wurde maximal noch bei einer Weihnachtsfeier gepflegt.
Die Vereinsmitglieder tragen auch einen Grossteil der Kosten ihrer
ehrenamtlichen Arbeit, vom Sprit bis zum Briefumschlag. Viel sinnlose
Zeit verbrachten wir mit der Organisation der Schlüsselfrage,
da uns durch den Bürgermeister kein zweiter Schlüsselbund
genehmigt wurde. Aus diesem Grund mussten wir außerhalb der
Öffnungszeiten schon Gruppen wegschicken, da der Diensthabende
vom Wochenende nicht zu erreichen war, der Schlüssel sich jedoch
bereits dort befand. Es gab keinen Weg, den Mitarbeitern einen Schlüsselbund
und dem Vorstand einen zweiten zu übergeben, obwohl jegliche
Bewegungen der Alarmanlage beim Wachdienst aufgezeichnet werden.Betrachtet
man all diese Dinge, so lässt sich leicht feststellen, dass der
Beitrag des Vereins für die Stadt ein wesentlich größerer
ist als vielfach angenommen und nicht mit Geld bewertet werden kann.
Ein Vergleich mit den Kosten für das Freibad, das vier Monate
geöffnet ist, lohnt sich eventuell, um die Erkenntnis von der
preiswerten Betreibung der kulturellen Einrichtung Schloss zu vertiefen.
Viele Netzschkauer wenden sich mit großer Sorge um die Zukunft
des Schlosses an die Fördervereinsmitglieder. Einige haben sich
selbst auf den Weg zur Stadtratssitzung gemacht. Derartige Sorgen
und Bemühungen angesehener Netzschkauer Bürger als "Kampagnen"
abzutun, empfinden wir schlichtweg als Frechheit.
Wir sammeln Unterschriften gegen den Verkauf, um mit Leuten ins Gespräch
zu kommen, ihre Meinung zu erfahren und Mitstreiter zu gewinnen. Und
natürlich weil wir überzeugt sind, dass der Verkauf des
Schlosses ein unverzeihlicher Fehler wäre. Das ist eine völlig
legitime und demokratische Aktion. Eine Diskriminierung der Vereinsmitglieder
als "Familienclans und ein paar Lehrer" ist völlig
fehl am Platze. Erstens sind im Stadtrat vermutlich mehr Lehrer als
im Förderverein, prozentual auf jeden Fall, zweitens gehören
zu den Vereinsmitgliedern neben erfahrenen Pädagogen eine Restauratorin,
mehrer Baufachleute, darunter zwei Bauingenieure, Firmeninhaber wie
Thomas Porst oder Ronny Hollerung, eine Filialleiterin der Sparkasse
und andere Finanzfachleute, die Geschäftsführerin eines
großen Vereins, ein Historiker, ein Bäckermeister, mehrere
Rentner, um nur einige aufzuzählen.
Enttäuscht sind wir von den Stadträten, die ohne grundlegendes,
wider besseres oder mit einseitig orientiertem Wissen Unwahrheiten
über die Bausubstanz des Schlosses oder über unseren Verein
und einzelne Mitglieder verbreiten.
Wir erwarten, dass das Netzschkauer Schloss weiterhin im kommunalen
Eigentum bleibt und allen Netzschkauern und ihren Gästen zur
Verfügung steht. Schluss mit der Koppelung des Schlosses an den
Ratskeller. Kein Bäcker käme auf die Idee seinen Backofen
zu verkaufen, kein Autofahrer den Motor seines Fahrzeuges - es sei
denn, es gäbe etwas wesentlich Besseres dafür. Für
unser Schloss Netzschkau wird es keinen Ersatz geben.